Möbel in der Grauzone

Nicht nur in Sachen Kosmetik wird wieder vermehrt auf Natürlichkeit gesetzt, auch das Interieur findet seinen Weg zurück zur Ursprünglichkeit, denn Naturmaterialien wie Holz, Leinen, Leder oder Baumwolle gewinnen an Bedeutung. Sie strahlen Wärme und Gemütlichkeit aus und schenken uns so Geborgenheit. Ein natürliches Material, das mit diesen Eigenschaften nicht auf Anhieb in Verbindung gebracht wird, ist Beton. Auf den ersten Blick kommt die Mischung aus Zement, Sand, Kies und Wasser rau, kalt und hart daher. Deshalb ist sie in den Köpfen vieler immer noch ausschließlich als massiver Grundwerkstoff für Wände und Fundamente verankert. Dass man dieser grauen Substanz aber einen durchaus prominenteren Platz innerhalb des eigenen Zuhauses einräumen sollte, wird häufig erst auf den zweiten Blick erkannt.

Ein Einrichtungsstil, der bereits seit den späten 2000er Jahren beweist, wie gut sich Beton im Inneren des Eigenheims macht, ist der Industrial Chic. Inspiriert von den Räumlichkeiten alter Lagerhallen und rustikaler New Yorker Lofts, übersetzt der Industrial Chic Großstadtflair in die eigenen vier Wände. Seinen herben Charakter erhält er dabei durch den Einsatz derber Materialien wie Stahl, verwittertem Holz oder rostigem Metall. So inszeniert der Industrial Chic ganz bewusst die Unvollkommenheit seiner Werkstoffe (z. B. durch freigelegte Wände, abgenutzte Oberflächen, verblassende Farben oder durch abblätternden Lack). Infolgedessen spielen auch gedeckte und erdige Töne eine wichtige Rolle im Industrial Chic, denn sie führen die verwendeten Werkstoffe beispielsweise malerisch an der Wand fort. Dementsprechend sind es auch rostige Braun- und Rottöne, ein auffälliges Kupfer, ein sattes Schwarz oder zurückhaltende Grautöne, die innerhalb des Industrial Chics sehr beliebt sind. So sorgt der unperfekte Wohnstil mit Ecken und Kanten schnell für eine lässige Werkstattoptik, die sich dank ihrer klaren Linien und ihrer Funktionalität zu einem minimalistischen Gesamtbild zusammenfügt.

Doch Beton lässt sich nicht nur im Zuge der lockeren Used-Optik gekonnt in Szene setzen, auch als einzelner Eye-Catcher (z. B. als Leuchte, Schale, Wand, Vase, Lichtschalter, Teelichthalter oder Bodenbelag) oder in Kombination mit anderen Wohnstilen (z. B. dem Nordic Look) ist das urbane Material wunderbar einsetzbar, denn Beton ist dank seiner eher schlichten und zurückhaltenden Erscheinung sehr gut mit anderen Farben, Formen und Materialen zu kombinieren. So lässt sich Beton auch gut zu kompletten Möbeln verarbeiten. Besonders häufig lassen sich dabei Tisch- und Arbeitsplatten für die Küche oder gar ganze Tische für das Ess- oder Arbeitszimmer finden, welche komplett aus Beton gefertigt sind. Es gibt aber auch Bänke, Anrichten oder Waschbecken, in die das pflegeleichte Naturmaterial mit eingearbeitet wird.

Der Nachteil solch massiver Betonmöbel ist allerdings ihr Gewicht, denn hier kann schon allein ein kleiner stylischer Betonhocker rund 15 kg wiegen. Daher setzen viele Designs mittlerweile nicht mehr so häufig auf massiv gegossene Betonmöbel, sondern verarbeiten nur dünne Platten des Materials, welche beispielsweise mit Metall verstärkt werden. Aber auch die Verwendung eines Dekors in Beton-Optik ist eine gelungene Variante, um den Used Look ohne Gewichtsprobleme in den eigenen vier Wänden zu integrieren. Dafür sind zum Beispiel unsere Anrichten aus dem Programm GW-Almeria oder unser Schreibtisch 4150-261 aus dem Programm GW-Altino, der sich auch schön mit Bestandteilen des skandinavischen Wohnstils (z. B. einer Sukkulente unter einer Glasglocke oder einer Schulwandkarte) kombinieren lässt, lässige Optionen. Letztendlich sorgt aber auch beim Wohnen mit Beton die Mischung aus verschiedenen Stilen, Formen, Farben und Materialien für die spannende und gleichzeitig heimelige Atmosphäre im eigenen Zuhause.