Von der Idee zum fertigen Möbel

Jeder von Euch ist bestimmt schon mal in die folgende Situation gekommen: Man ist in einem Möbelhaus unterwegs und steht vor dem gewünschten Möbelstück. Einige werden dieses ohne große Überlegungen in ihren Einkaufswagen legen, andere hingegen beschäftigen sich jedoch mit dessen Entwicklung: Wie entsteht eigentlich so ein Möbel und wie wird aus einer neuen Idee ein fertiges Möbelstück? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, gibt es bei GERMANIA sechs Phasen, in denen der Produktentwicklungsprozess beschrieben werden kann:

Erste Phase

In der ersten Phase geht es hauptsächlich um die Entstehung einer neuen Idee. Diese kann durch eigene Einfälle entstehen, durch ein Modellgremium ("Modellrunde"), welches sich bei GERMANIA aus den Produktentwicklern, dem Geschäftsführer und den Vertriebsleitern zusammensetzt oder durch sogenannte "OEM" (Original Equipment Manufacturer). Letztere sind nichts anderes als kundenspezifische Aufträge. Dabei entstehen erste Skizzen (auch Renderings genannt), die den groben Aufbau des Möbels darstellen. Sobald ein Entwurf steht, werden erste Preise (darunter sowohl die Verkaufs- als auch die Einkaufspreise) ermittelt, um am Ende einen realistischen Endpreis anbieten zu können. Darüber hinaus wird auch die Frage nach der Menge bestmöglich beantwortet. Die Entwicklung eines neuen Möbels steht in ständiger und enger Zusammenarbeit mit dem Marketing. Dieses beginnt, kurz nachdem ein Entwurf vorgestellt und durch das Modellgremium freigegeben wurde, mit dem Erstellen einer Sortimentskarte (enthält grundlegende Infos zum Produkt). Gleichzeitig beschäftigt sich das Marketing mit Vermarktungsideen, damit das Möbel möglichst erfolgreich am Markt etabliert werden kann.

Zweite Phase

Die zweite Phase beginnt mit der Entwicklungsrunde, die einmal wöchentlich stattfindet. Diese setzt sich aus der Produktentwicklung, Qualitätssicherung, Konstruktion, dem Einkauf und der Fertigung zusammen. In dieser Runde wird die Sortimentskarte vorgestellt und der Entwurf wird den Kolleginnen und Kollegen erläutert. Anschließend werden durch die Produktentwicklung Teilelisten initiiert, die darüber Auskunft geben, aus welchen Einzelteilen das Möbel besteht. Nun ist der Startschuss für die Konstruktion gefallen. Diese ist dafür zuständig einen groben Aufriss zu erstellen und die Teilelisten nach und nach zu erstellen. Außerdem kann jetzt ein sogenanntes Proportionsmuster angefertigt werden, was als interne Hilfestellung dienen soll. Bei dieser Art von Muster wird das Möbel lediglich "zusammengenagelt", weswegen man es auch als "Nagelmuster" bezeichnen kann. Es hat zu diesem Zeitpunkt noch keine Funktion, d. h. Türen und Schubladen lassen sich z. B. nicht öffnen. Parallel wird die Beschaffung sondiert. Das bedeutet, dass man sich nach neuen Oberflächen, Beschlagteilen, Preisen und Lieferzeiten erkundigt. Erst dann besteht die Möglichkeit eine Kalkulation zu veranlassen. Selbstverständlich sollten auch genügend Kapazitäten in der Konstruktion vorhanden sein, um die Idee überhaupt realisieren zu können. Dabei wird alles dokumentiert und die Sortimentskarte, Teilelisten und Kalkulationen werden überarbeitet.

Dritte Phase

In der dritten Phase wird der Musterbau mit eingebunden bzw. die Bemusterung des vorgesehenen Endprodukts. Hierbei entsteht ein sogenanntes Funktionsmuster, welches auch auf Messen vorgestellt wird. Wichtig sind außerdem die technischen sowie die optischen Freigaben des Möbels und aller Zukaufteile. Bei Bedarf kann in dieser Phase eine zusätzliche Modellbesprechung angesetzt werden. Daneben hat das Marketing die Aufgabe, das Produkt fotografieren zu lassen und so in Szene zu setzen, dass man es insbesondere für den Online-Markt anbieten kann. Die Änderungen werden stetig auf der Sortimentskarte und in den Teilelisten und Kalkulationen aktualisiert.

Vierte Phase

In der vierten Phase des Prozesses wird die Ausarbeitung der Technik und der Stücklistenanlage intensiviert. Hier hat die EDV die Aufgabe das Möbel im System einzupflegen. In der Konstruktion werden hingegen Zeichnungen und Montageanleitungen finalisiert und es werden sich erste Gedanken über das Verpackungsdesign gemacht. Zusätzlich kümmert sich die Produktentwicklung um die Dekorbelegung anhand der Teilelisten. Der nächste Schritt findet dann in der Arbeitsvorbereitung statt. Hier werden die Stücklisten angelegt, d. h. es wird eine Liste erstellt in der man die einzelnen Bestandteile des Möbelstücks nachvollziehen kann. Diese bringt nicht nur Vorteile für den aktuellen Entwicklungsstand, sondern sie erleichtert es einem den Prozess auch noch in späteren Jahren nachvollziehen zu können. Anschließend werden konkrete Bestellmengen bzw. Kapazitäten ausgemacht, damit man einen Anhaltspunkt für die Fertigungsplanung hat.

Fünfte Phase

Die fünfte Phase umfasst die Produktion sowie die finalen Freigaben durch die Produktentwicklung und Qualitätssicherung. Durch sogenannte Serienbesprechungen werden Termine koordiniert, in denen alle Artikel in die Produktionsplanung mit eingebunden werden.

Sechste Phase

Last but not least wird in der sechsten Phase das Produkt auf dem Markt vertrieben. Das geschieht sowohl im stationären Handel (also in den Geschäften) als auch online. Besonders im Online-Handel muss darauf geachtet werden, dass das Möbelstück bestmöglich in Szene gesetzt wird, denn wie jeder heutzutage weiß: Das Internet ist kein Neuland mehr...

Anhand von diesen sechs verschiedenen Phasen entsteht letztendlich ein Möbel "Made by GERMANIA". Was man besonders gut erkennen kann, ist die ständige Zusammenarbeit von sämtlichen Abteilungen, denn nur durch ein gutes Team und dauerhafte Absprachen ist es möglich eine Idee in ein fertiges Produkt umzusetzen.